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Förderungen PV-Förderung ab 2027: Speicherbonus statt Fördercall
Das Wichtigste in Kürze
Der letzte Fördercall im alten System läuft von 8. bis 22. Oktober 2026 und ist mit 38,5 Millionen Euro dotiert - 8 Millionen regulär, 30,5 Millionen aus Restmitteln.
Im Juni-Call kamen bei Anlagen bis 20 kWp nur 7 bis 8 Prozent der Anträge zum Zug, über 100 kWp waren es 94 Prozent.
Ab 2027 soll ein Speichersystembonus den PV-Zuschuss ersetzen: Antrag laufend nach Fertigstellung, Energiemanagementsystem als Bedingung, auch für die Nachrüstung.
Übergangsregel laut Eckpunkten: Projekte mit intelligentem Speicher ohne Zusage 2026 sollen 2027 einreichen können, wenn sie ab 1. November 2026 abgerechnet oder in Betrieb genommen werden.
Der letzte Call im alten System: 38,5 Millionen Euro
33 Sekunden. So lange hat es im Juni gedauert, bis die Bundesförderung für Photovoltaik vergeben war. Der dritte Fördercall 2026 ist der letzte, der nach diesem Muster abläuft - und er ist deutlich besser dotiert als geplant: Statt der in der Verordnung vorgesehenen 8 Millionen Euro liegen 38,5 Millionen Euro im Topf. Die zusätzlichen 30,5 Millionen sind kein frisches Budget, sondern Restmittel aus früheren Zusagen für Projekte, die nie oder nur teilweise gebaut wurden (Aussendung des Energieministeriums vom 8. Oktober(https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20261008_OTS0047/zehetner-heute-um-17-uhr-noch-einmal-schnell-sein-385-millionen-euro-fuer-letzten-pv-foerdercall)).
Die Termine laut EAG-Abwicklungsstelle(https://www.eag-abwicklungsstelle.at/artikel/3-foerdercall-fuer-photovoltaikanlagen-laeuft-von-8-bis-22-oktober-2026/):
8. Oktober 2026, 17:00 Uhr: Start der Ticketziehung
9. Oktober 2026, 8:00 Uhr: Das EAG-Portal öffnet für die Einreichung der Projekte
22. Oktober 2026: Ende des Calls - wer bis dahin keinen Antrag eingereicht hat, verliert sein Ticket
An den Fördersätzen ändert sich gegenüber den ersten beiden Calls nichts:
Kategorie Anlagengröße Fördersatz 2026 Reihung nach
A bis 10 kWp 150 €/kWp Zeitpunkt des Tickets
B über 10 bis 20 kWp 140 €/kWp Zeitpunkt des Tickets
C über 20 bis 100 kWp höchstens 130 €/kWp niedrigstem Förderbedarf
D über 100 bis 1.000 kWp höchstens 120 €/kWp niedrigstem Förderbedarf
Speicher mind. 0,5 kWh je kWp, gefördert bis 50 kWh 150 €/kWh läuft mit der PV-Anlage mit
Gedeckelt ist der Zuschuss mit 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, getrennt gerechnet für Anlage und Speicher. Einen Speicher allein fördert der Bund nach geltender Rechtslage nicht - er muss gemeinsam mit einer neuen Anlage oder einer Erweiterung beantragt werden. Mehr zu den Sätzen steht im Überblick zur Photovoltaik-Förderung(https://www.energiemagazin.at/photovoltaikfoerderungen-in-oesterreich/) und zur Stromspeicher-Förderung(https://www.energiemagazin.at/stromspeicher-foerderung-in-oesterreich/).
Made-in-Europe-Bonus: je Komponente 10 Prozent
Auch im letzten Call gibt es den Aufschlag für europäische Wertschöpfung: je 10 Prozent für Module und Wechselrichter auf den PV-Zuschuss, 10 Prozent für den Speicher auf den Speicherzuschuss. Für eine Anlage mit 10 kWp und 10 kWh Speicher heißt das:
ohne Bonus: 1.500 € für die Anlage + 1.500 € für den Speicher = 3.000 €
mit allen drei Komponenten aus Europa: 1.800 € + 1.650 € = 3.450 €
Zwei Dinge sind dabei leicht zu übersehen. Der Bonus muss bei der Einreichung angekreuzt werden, nachträglich geht es nicht. Und abgerechnet wird nur, was auf der Whitelist der Abwicklungsstelle(https://www.eag-abwicklungsstelle.at/wissen/made-in-europe-bonus/) steht - spätestens bei der Endabrechnung muss das verbaute Modell dort gelistet sein. Welche Hersteller in Frage kommen, zeigt die Übersicht der Photovoltaik-Hersteller aus Europa(https://www.energiemagazin.at/die-grosten-photovoltaik-hersteller-aus-europa/).
So läuft die Ticketziehung ab
Das Ticket ist kein Antrag, sondern ein Zeitstempel. Wer am ersten Tag ab 17 Uhr ein Ticket zieht, sichert sich diesen Moment als Einreichzeitpunkt - und reicht das eigentliche Projekt danach in Ruhe ein. Verlangt werden bei der Ziehung nur zwei Angaben:
Der Einspeisezählpunkt der geplanten Anlage: 33 Stellen, beginnend mit AT00, vergeben vom Netzbetreiber. Der Bezugszählpunkt des Haushalts funktioniert nicht.
Eine E-Mail-Adresse für die Bestätigung. Sie kann bei großem Andrang verspätet eintreffen; entscheidend ist die Meldung am Bildschirm, dass das Ticket gezogen wurde.
Drei Fallen, die im Leitfaden der Abwicklungsstelle stehen und trotzdem jedes Mal zuschnappen:
Zu oft neu laden sperrt aus. Wer die Maske immer wieder aufruft oder aktualisiert, wird zeitlich begrenzt gesperrt. Gezählt wird je IP-Adresse - ein Büro, in dem mehrere Leute gleichzeitig klicken, gilt als ein Nutzer.
Das letzte Ticket zählt. Werden zu einem Zählpunkt mehrere Tickets gezogen, gilt nur das zuletzt gezogene. Ein zweiter Versuch „zur Sicherheit" verschlechtert also den Platz.
Nur der offizielle Link. Die Abwicklungsstelle warnt ausdrücklich vor Links aus Foren und sozialen Medien.
Ein Ticket ohne Antrag verfällt am 22. Oktober. Umgekehrt geht es auch ohne Ticket: Ab dem zweiten Tag lässt sich ein Projekt direkt im Portal einreichen, als Einreichzeitpunkt gilt dann der Moment der Einreichung. In den Kategorien A und B ist das bei 33 Sekunden bis zum leeren Topf chancenlos. In C und D kann es reichen, weil dort zuerst das Gebot zählt.
Was beim Antrag vorliegen muss
Zum Zeitpunkt des Tickets braucht es ein Dokument des Netzbetreibers mit Zählpunkt, Name und Anlagenstandort - ein Netzzugangsangebot genügt - sowie alle nötigen Anzeigen und Genehmigungen. Wie man dazu kommt, beschreibt der Ratgeber zum Netzanschluss einer PV-Anlage(https://www.energiemagazin.at/pv-anlage-anmelden-netzanschluss-ablauf/). Fehlt nach der Einreichung etwas, setzt die Abwicklungsstelle eine Nachfrist von vier Wochen; danach gilt der Antrag als zurückgezogen.
Ein verbreiteter Irrtum betrifft den Kauf: Bestellen und anzahlen ist erlaubt. Seit 2024 darf mit den Arbeiten schon vor dem Antrag begonnen werden. Die Grenze ist die Inbetriebnahme - der erste gültige Förderantrag muss gestellt sein, bevor die Anlage ans Netz geht.
Die Bilanz 2026: 128,5 Millionen Euro, drei Calls
Mit dem dritten Call summiert sich das Fördervolumen für Photovoltaik und Speicher heuer auf 128,5 Millionen Euro. Regulär vorgesehen waren 60 Millionen; mehr als die Hälfte der Summe sind also wiederverwendete Restmittel.
Call Zeitraum Regulär Restmittel Gesamt Vollständige Anträge Im Kontingent Quote
1 23.4.-11.5. 40 Mio. € 30 Mio. € 70 Mio. € 28.990 12.701 44 %
2 16.6.-30.6. 12 Mio. € 8 Mio. € 20 Mio. € 27.925 2.991 11 %
3 8.10.-22.10. 8 Mio. € 30,5 Mio. € 38,5 Mio. € offen offen offen
Antragszahlen: Ergebnis des 1. Fördercalls(https://www.eag-abwicklungsstelle.at/wissen/ergebnis-1-foerdercall-2026-investitionszuschuesse-photovoltaik) und Ergebnis des 2. Fördercalls(https://www.eag-abwicklungsstelle.at/wissen/ergebnis-2-foerdercall-2026-investitionszuschuesse-photovoltaik) der EAG-Abwicklungsstelle, summiert über alle vier Kategorien.
Im Juni standen 20 Millionen Euro beantragten Förderungen von rund 120 Millionen gegenüber. Die Durchschnittsquote von 11 Prozent verdeckt allerdings, wie unterschiedlich es den Kategorien erging: Das Wettrennen betrifft die kleinen Anlagen. Über 100 kWp kam in beiden Calls fast jeder vollständige Antrag zum Zug. Daten: EAG-Abwicklungsstelle. Bei Anlagen bis 10 kWp bekam im Juni einer von zwölf Anträgen eine Zusage: 1.236 von 14.924. In der Kategorie B waren es 858 von 11.535. Ganz anders die großen Anlagen - in der Kategorie D fanden 187 von 198 Anträgen Platz.
In der Kategorie C entschied im Juni nicht die Geschwindigkeit, sondern das Gebot. Berücksichtigt wurden Anträge mit einem Förderbedarf bis 119,99 Euro je kWp. Wer den Höchstsatz von 130 Euro eingetragen hatte, ging leer aus, egal wie früh das Ticket gezogen war. Für Betriebe und Landwirte mit Anlagen über 20 kWp ist das die eigentliche Stellschraube im Oktober: ein paar Euro weniger Förderbedarf je kWp bringen mehr als die schnellste Internetleitung.
Wie die Chancen im Oktober stehen
Eine grobe Rechnung: Im ersten Call kamen auf jede Million Euro rund 180 Zusagen, im zweiten rund 150. Mit 38,5 Millionen wären demnach etwa 5.800 bis 7.000 Projekte finanzierbar. Bleibt die Nachfrage bei den knapp 28.000 bis 29.000 Anträgen der ersten beiden Runden, käme etwa jeder vierte bis fünfte zum Zug - doppelt so viele wie im Juni, halb so viele wie im Frühjahr.