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Fossile Energieträger

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80 % des weltweiten Energiesystems basieren auf fossilen Quellen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle. Was der Menschheit einst die industrielle Revolution und den technischen Forstschritt brachte, führt heute immer häufiger zu Kriegen und Konflikten und zerstört unsere Umwelt.

Abhängig von unsicheren Ölimporten Österreich importiert etwa 70 Prozent seines Energiebedarfs – überwiegend in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle. Im Jahr 2012 erreichte das Netto-Importvolumen mit 12,8 Milliarden Euro eine neue Rekordmarke. 2016 ging dieses Außenhandelsdefizit aufgrund des gesunkenen Ölpreises auf etwa 7 Milliarden Euro zurück, wobei die Importmengen der fossilen Energieträger in etwa konstant blieben. Das Außenhandelsminus im Bereich fossile Brennstoffe zieht Österreichs ansonsten positive Außenhandelsbilanz ins Negative. Der Großteil des Defizits entfiel mit über 4 Milliarden Euro auf Erdöl und Erdölerzeugnisse.

Österreich bezog in den letzten zehn Jahren 96 Prozent seiner Rohölimporte aus nur zwölf Ländern, darunter befinden sich politisch hoch instabile Staaten, die teilweise von Terrormilizen kontrolliert werden, wie z. B. Syrien, Libyen, Nigeria oder der Irak. Die Versorgungssicherheit muss hier stark infrage gestellt werden.

Militärische Kosten der Ölsicherung Während die Gegner erneuerbarer Energien diese oft als zu teuer kritisieren und ihnen indirekte Kosten zuschlagen, kann bei fossilen Energien von Kostenwahrheit keine Rede sein. Neben den enormen Aufwendungen für Klima- und Umweltschäden sind auch militärische Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung, insbesondere mit Erdöl, mit hohen Kosten verbunden, die nicht in den Energiepreisen abgebildet werden.

Roger Stern von der Princeton University ermittelte etwa für die „Basissicherung“ – primär durch Flugzeugträger – im Persischen Golf im Zeitraum von 1976 bis 2007 durchschnittliche jährliche Ausgaben von rund 230 Milliarden US-Dollar. Anita Dancs vom Western New England College schätzt die Kosten für die militärische Sicherung der Erdölströme (inklusive Irak) für das Jahr 2010 auf 166 Milliarden US-Dollar.

Österreichische Energie-Außenhandelsbilanz 2007 bis 2019

Die programmierte Ölkrise Es ist seit langem bekannt, dass die Ölreserven der Welt endlich sind und nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Umstritten ist nur, wann „Peak Oil“, der Höhepunkt der weltweiten Ölförderung, erreicht wird. Manche Experten meinen, der Gipfel wäre schon überschritten, andere erwarten Peak Oil in naher Zukunft. Verschärfend kommt hinzu, dass nicht nur die Ölreserven schwinden, sondern gleichzeitig die Nachfrage nach Öl stark gestiegen ist und vor allem in Asien, insbesondere in China und Indien, weiter steigen wird. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass die globale Nachfrage nach Erdöl (derzeit etwa 95 Millionen Barrel/Tag) schon im Jahr 2019 100 Millionen Barrel überschreiten wird und bis 2022 auf 104 Millionen Barrel pro Tag steigen wird. Investitionen in die Öl- und Gasproduktion sind dagegen als Folge des gesunkenen Ölpreises und eines erhöhten Angebots der OPEC zwischen 2014 und 2016 weltweit um 44 Prozent eingebrochen. Daher warnt die IEA für die nächsten Jahre vor Engpässen bei der Ölversorgung, was wiederum in einem steilen Preisanstieg bzw. Preisvolatilität resultieren könnte.

Treibhausgasemissionen der Nutzung unkenventioneller Fossiler Energieträger

Unkonventionelles Erdöl Im Gegensatz zu konventionellem Erdöl, das flüssig in der Erde lagert und relativ leicht zu fördern ist, ist der Abbau von unkonventionellen Öl mit weitaus höheren finanziellen, energetischen und ökologischen Kosten verbunden. In den USA hat mit dem „Fracking“ von Schieferöl 2009 ein neuer Produktionsboom eingesetzt. Es handelt sich um Ölvorkommen, die in undurchlässigem Schiefergestein eingeschlossen sind, das mit einem Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien aufgesprengt werden soll. Umweltschutzorganisationen kritisierten eine mögliche Verunreinigung des Wassers durch die Chemikalien, den gewaltigen Landverbrauch sowie Risiken bei der Entsorgung der Fracking-Flüssigkeit. Der Ölpreisverfall in den letzten Jahren hat dieses Verfahren unwirtschaftlich gemacht, sdass dutzende Fracking-Firmen in den USA zusperren mussten.

Nachdem der Ölpreis Anfang 2018 zum ersten Mal seit drei Jahren wieder auf mehr als 70 US-Dollar/Barrel gestiegen ist, haben die großen US-Ölkonzerne ihre Schieferölförderungen unterstützt durch Steuersenkungen der Trump-Regierung wieder angekurbelt. Die Ölproduktion der USA ist deshalb auf über 10 Millionen Barrel pro Tag gestiegen

Bis vor einigen Jahren war es auch unrentabel, Ölsand-Vorkommen zu erschließen, um daraus Erdöl zu produzieren. Die Gewinnung und Weiterverarbeitung ist kostspielig und es entstehen riesige Kraterlandschaften beim Abbau. Das Verfahren ist zudem sehr energieintensiv, die aus Ölsanden gewonnenen Kohlenwasserstoffe (Rohöl, Bitumen) machen nur etwa ein Fünftel der gesamten Fördermenge aus. Der Rest besteht aus Sand, Ton und verschmutztem Wasser. Eine ebenfalls sehr teure Fördermethode besteht im Erschließen von tief im Meer befindlichen Lagerstätten. Die Gefahren für die Umwelt wurden uns im Jahr 2010 deutlich vor Augen geführt. Bei der Explosion der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ vor der Küste im Golf von Mexiko verseuchten Millionen von Litern Rohöl riesige Flächen auf dem Meer, an den Meeresküsten, vor allem im Bereich des weitverzweigten Mississippideltas und auf dem Meeresgrund.