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Bedeutung der Bioenergie
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Bedeutung der Bio- und Holzenergie für Österreich
Bioenergie in Österreich
Die Bioenergie hat sich in den vergangenen Jahren zur wichtigsten heimischen Energiequelle und zu einer tragenden Säule der Energieversorgung entwickelt. Durch die energetische Nutzung von Biomasse können kostspielige Importe von Erdgas und Erdöl aus teils politisch instabilen Staaten über weite Entfernungen verringert werden. Dies erhöht die Unabhängigkeit bei der Energieversorgung und mildert auch soziale Probleme bei der heimischen Bevölkerung, die durch steigende Gas-, Öl- und Strompreise verursacht werden. Der dezentrale Weg der heimischen Biomassenutzung ist zukunftsweisend, weil er Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region schafft.
Bei allem Bestreben nach Wachstum und weiterem Ausbau der Bioenergienutzung darf nicht übersehen werden, dass der Rohstoff Biomasse nicht unbegrenzt verfügbar ist. Vor allem ökologische Grenzen der Biomassenutzung sind zu beachten. Die nachhaltig vorhandenen Biomassepotenziale müssen daher bestmöglich mobilisiert und mit höchstmöglicher Effizienz genutzt werden.
Bruttoinlandsverbrauch erneuerbarer Energieträger 2019
Wichtigster erneuerbarer Energieträger Die Bedeutung der Bioenergie ist in Österreich in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Sie ist mit einem Anteil von 55 Prozent der wichtigste erneuerbare Energieträger. Der Anteil der Bioenergie am gesamten Energieverbrauch konnte zwischen den Jahren 1990 und 2022 von neun auf 17,5 Prozent gesteigert werden, obwohl sich der Energieverbrauch in Österreich innerhalb dieser Periode um 29 Prozent erhöht hat. Diese Steigerung war nur möglich, weil der Biomasseeinsatz seit dem Jahr 1970 absolut um mehr als das 5-Fache ausgebaut werden konnte. Österreich musste gemäß EU-Vorgaben im Jahr 2020 einen Anteil von 34 Prozent erneuerbarer Energie im Energiemix erreichen. Tatsächlich wurde 2020 ein Wert von 36,5 % erreicht, doch ist dieser hohe Anteil auf den Pandemie-bedingten verminderten Einsatz von Erdölprodukten zurückzuführen. Ohne Biomasse wäre das 34-Prozent-Ziel für 2020 unerreichbar gewesen. Der Anteil der übrigen erneuerbaren Energiequellen schwankt seit Jahrzehnten zwischen 10 und 14 Prozent und hat sich erst kürzlich durch den Ausbau von Photovoltaik und Wärmepumpen geringfügig erhöht.
Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoinlandsverbrauch mit und ohne Bioenergie 1970 bis 2019
Verwendung der Bioenergie Der energetische Endverbrauch von Bioenergie hat sich in Österreich von 137 Petajoule im Jahr 2005 um 65 Prozent auf 226 Petajoule im Jahr 2021 erhöht. Der Wärmemarkt war 2021 mit einem Anteil von 84 Prozent der zentrale Markt für die Bioenergie, gefolgt von Biotreibstoffen mit einem Marktanteil von 9 Prozent und der Ökostromerzeugung aus Biomasse und Biogas mit 7 Prozent. Bioenergie kommt vor allem den Haushalten zugute. Eine Analyse der in Österreich eingesetzten biogenen Brennstoffe und Scheitholz zeigt, dass mehr 35 Prozent der Brennstoffe zum Heizen in privaten Haushalten verwendet wird. 21 Prozent der Bioenergie wird im produzierenden Bereich eingesetzt – alleine 18 Prozent in der Holz- und Papierindustrie. 34 Prozent der Biomasse wird in Holzkraftwerken oder Heizwerken zur Strom- und Fernwärmeproduktion eingesetzt, wobei Fernwärme zu 46 Prozent von privaten Haushalten und zu 39 Prozent von öffentlichen und privaten Dienstleistungsgebäuden genutzt wird. Nur 1,7 Prozent der Biomasse wird im Dienstleistungssektor direkt zum Heizen verwendet.
Entwicklung Bruttoinlandsverbrauch Energie 1970 bis 2019 und Potenziale bis 2030 und 205
Rohstoffe
Lange Zeit dominierte die Verwendung von Scheitholz den Biomassemarkt. Erst in den vergangenen Jahren rückte die Nutzung von biogenen Brenn- und Treibstoffen (z. B. Hackgut, Sägenebenprodukte, Pellets, Biotreibstoffe und Biogas) in den Vordergrund und gewann aufgrund des starken Marktwachstums immer mehr an Bedeutung. Der Einsatz von Brennholz ist aber weiterhin relativ stabil geblieben. Im Zuge der Energiekrise und des russischen Angriffskrieges in der Ukraine sowie der unsicheren Versorgungslage mit fossilen Brennstoffen ist die Nachfrage nach Scheitholz in der jüngsten Zeit stark gewachsen. Der Wald ist die bedeutendste Rohstoffquelle für den Biomassesektor. Im Jahr 2021 basierten 83 Prozent der in Österreich eingesetzten Biomasse auf Holz. Der Rest kam aus der Landwirtschaft und dem Abfallsektor, wobei Biotreibstoffe einen Anteil von 8 Prozent aufwiesen, gefolgt von biogenem Hausmüll mit 3,5 Prozent, Biogas, Klärgas und Deponiegas mit 2,7 Prozent, sonstigen festen biogenen Brennstoffen mit 2,6 Prozent sowie Holzkohle mit 0,2 Prozent.
Entwicklung Bruttoinlandsverbrauch Bioenergie 1970 bis 2018 und Verbrauchsabschätzung 2030 sowie Potenzial
Ausbaupotenziale Eine Potenzialabschätzung des Österreichischen Biomasse-Verbandes geht bis 2030 von einem realisierbaren Bioenergiepotenzial von 340 PJ aus; bis 2050 wäre ein Bioenergieeinsatz von etwa 450 PJ möglich. Bis 2030 könnte der Bruttoinlandsverbrauch von Bioenergie um mehr als 90 PJ ausgebaut werden. Nur etwa 40 Prozent des Ausbaupotenzials stammen aus der Forstwirtschaft. Der Großteil, beinahe 60 Prozent, erschließt sich aus Landwirtschaft. Mit einem Anteil von einem Viertel am Ausbaupotenzial könnte Biogas seinen energetischen Einsatz gegenüber 2021 fast versechsfachen. 10 Prozent der zusätzlichen Mengen könnten durch Kurzumtriebsflächen bereitgestellt werden, mehr als 15 Prozent in Form von Biotreibstoffen.
Aktuell wird der Ausbau der Bioenergie nicht durch die Verfügbarkeit von Biomasse, sondern durch die Aufnahmefähigkeit der Märkte (Raumwärme, Verkehr, Strom, Fernwärme, …) begrenzt. Dieses Bild wird auch durch mehrere in Österreich zur Verfügung stehende Studien zur Energiewende bestätigt.
Die vorliegenden Konzepte sind von einer starken Reduktion des Energieverbrauchs gekennzeichnet, wodurch sich die Marktanteile der Bioenergie auch ohne signifikante Mengensteigerung massiv erhöhen. In praktisch allen vorliegenden Energiewendeszenarien entwickelt sich die Biomasse bundesweit zum bedeutendsten Energieträger und überholt damit bereits mittelfristig Erdöl und Erdgas.
Im Bereich Rohstoffe gilt es, die Bereitstellung von Biomasse für die energetische Nutzung auszubauen und zu professionalisieren. Dazu müssen einerseits mehr finanzielle Mittel für Forschung und Entwicklung sowie für die Umsetzung von Pilot- und Demonstrationsprojekten bereitgestellt werden, andererseits müssen gezielte Investitionsförderprogramme und spezifische Flächenförderprogramme – speziell für die Forcierung von alternativen Energiepflanzen – klare Anreize für die Produktion und Bereitstellung von zusätzlicher Biomasse schaffen.
Rohstoffe für Bioenergie von 2019 und Aufbringungsszenario für 2030
Holz Der Wald ist und bleibt die bedeutendste Rohstoffquelle für den Biomassesektor. Österreich verfügt derzeit über historisch hohe Holzvorräte; seit 1960 ist das Holzvolumen in Österreichs Wäldern um etwa 56 Prozent angewachsen. Im Rahmen der Nachhaltigkeit wird immer weniger Holz genutzt als zuwächst. Insgesamt wurden in Österreich 2021 rund 27 Millionen Festmeter Holz in Haushalten, Gewerbebetrieben und in der Holz verarbeitenden Industrie (Sägewerke, Platten-, Papier- und Zellstoffindustrie) energetisch genutzt. Bis 2030 könnte der Energieholzeinsatz auf knapp 31 Millionen Festmeter gesteigert werden. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn der Holzeinsatz in Österreich in der stofflichen und energetischen Verwertung deutlich erhöht wird und rasch umfassende Maßnahmen zur Mobilisierung der Potenziale, vor allem im bäuerlichen Kleinwald, gesetzt werden. Dazu wird Folgendes unterstellt:
Der Holzeinschlag gemäß Holzeinschlagsmeldung erhöht sich von 21,5 Millionen Festmeter (Erntefestmeter inkl. Rinde) auf 29 Millionen Festmeter im Jahr 2030.
Der Holzimport bleibt in etwa konstant, die Exporte von Pellets werden reduziert.
Das sonstige Holzaufkommen (von Holzeinschlagsmeldung nicht erfasste Mengen), von Flurgehölzen, Strauchschnitt, Alt- und Gebrauchsholz etc.