MITGLIED WERDEN(https://www.bvrd.at/mitglied-werden)

DATENÄNDERUNG BEKANNT GEBEN(https://www.bvrd.at/datenaenderung-bekannt-geben/)

Instagram(https://www.instagram.com/bvrd.at/)

Facebook-f(https://www.facebook.com/bvrd.at)

Linkedin(https://www.linkedin.com/company/bvrd)

Spotify(https://open.spotify.com/show/1aGthdhef0Rq8d3GITJr7g)

Camillo Award 2026

Rückblick

Außergewöhnliches Engagement im Rettungsdienst mit Camillo Award 2026 im Parlament ausgezeichnet

(c) Parlamentsdirektion/Johannes Zinner

Die Gewinner:innen des Camillo Award 2026 mit den Pat:innen.

Mit dem am 8.10.2026 im Parlament verliehenen Camillo Award würdigen das österreichische Parlament und der Bundesverband Rettungsdienst (BVRD.at) herausragende Leistungen und Projekte von Sanitäterinnen und Sanitätern in Österreich. Der heuer bereits zum siebten Mal verliehene Preis macht besondere Verantwortung im Einsatz, außergewöhnliches Engagement für die Qualität der rettungsdienstlichen Versorgung, innovative Projekte und nachhaltige Entwicklungen im Rettungsdienst sichtbar.

Die von einer 18-köpfigen Jury in insgesamt acht Kategorien verliehene Auszeichnung soll ein öffentlich sichtbares Zeichen der Wertschätzung für die Leistungen und Verdienste aller Sanitäterinnen und Sanitäter in Österreich setzen – unabhängig von der Organisation und ob die Ausgezeichneten haupt- oder ehrenamtlich tätig sind.

Durch den Abend begleitete ORF Oberösterreich Moderatorin Katrin Wachauer .

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des Camillo Awards würden zeigen, wie breit der Rettungsdienst aufgestellt sei, betonte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz in seinen Eröffnungsworten. Es gehe darum, Sanitäterinnen und Sanitäter vor den Vorhang zu holen, die Verantwortung für Menschen in einer Notsituation übernehmen. Zur Reform des Sanitätergesetzes hielt der Nationalratspräsident fest, dass konkrete Vorschläge für neue Ausbildungskonzepte bereits vorliegen würden. Die Debatte darüber müsse mit jenen geführt werden, die sich in Theorie und Praxis auskennen.

Für Clemens Kaltenberger , Präsident des Bundesverbands Rettungsdienst und Initiator des Awards, ist der Camillo Award ein Zeichen für die hohe Innovationskraft und den Ideenreichtum innerhalb des Rettungswesens. Ganz oben für die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes stehe ein neues Sanitätergesetz. Der Bundesverband habe dabei seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt sei die Politik am Zug, man warte auf eine möglichst baldige Entscheidung, so Kaltenberger im Hohen Haus. Als weiteres großes aktuelles Vorhaben, nannte Kaltenberger die Vernetzung von Vereinigungen der Sanitäter:innen in ganz Europa, die sich Ende des Monats als EUFEA(https://www.eufea.org) in Wien konstituieren.

Zwischen Anspruch und Realität: Rahmenbedingungen für einen zukunftsfähigen Rettungsdienst

„Über den Zaun geschaut: Was Österreich besser kann – und wo wir aufholen müssen” war der Titel der Keynote von Christof Constantin Chwojka , der 2022 selbst mit dem Camillo Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Er kennt beide Seiten des Zauns: Er hat 20 Jahre lang Notruf Niederösterreich aufgebaut und bringt heute seine Expertise für die Björn Steiger Stiftung in Deutschland ein.

Aus deutscher Sicht, so Chwojka, wird oft nach Österreich geblickt. Dort gibt es 16 Rettungsdienstgesetze und über 240 Leitstellen mit sehr unterschiedlichen Standards. Österreich liegt vorne bei integrierten Leitstellen als „Gesundheitsdrehscheibe”, beim Gesundheitstelefon 1450 mit mehr als 300.000 strukturierten Beratungen im Jahr 2025 und bei der Acute Community Nurse. Diese versorgt Menschen zu Hause, in über der Hälfte der Einsätze ohne Transport ins Krankenhaus. Auch bei ELGA hat Österreich laut Chwojka einen Vorsprung von rund zehn Jahren.

Er sparte aber nicht mit Kritik am eigenen System. Auch Österreich hat neun Rettungsdienstgesetze, keine einheitliche Hilfsfrist und ein deutliches Qualitätsgefälle zwischen den Ländern. Rund 10.000 Sanitäterinnen und Sanitäter verlassen jährlich den Beruf. Die Leitstelle steuert intelligent, doch am Ende der Kette fehlt dem Team vor Ort oft die Rechtssicherheit, Patientinnen und Patienten auch zu Hause zu belassen oder in andere Versorgungswege zu leiten.

Beide Länder haben, was dem jeweils anderen fehlt. Österreich hat es dabei einfacher, weil ein neues Sanitätergesetz vieles lösen könnte: Laut Chwojka braucht es vor allem eine bessere Ausbildung und mehr Rechtssicherheit für Sanitäterinnen und Sanitäter. Im Gegensatz zu der aktuellen Dauer von 6,5 Wochen benötige die präklinische Notfallmedizin eine gute, mehrjährige Ausbildung. Zudem gehe es darum, Notärztinnen und-ärzte zu den richtigen Einsätzen zu schicken, Patientinnen und Patienten besser zu steuern sowie um Maßnahmen gegen die hohe Fluktuation des Rettungspersonals, so das Resümee von Chwojka.

Blick hinter die Kulissen

Einen Einblick in die Arbeit der Jury gab Andreas Fromm . Dieser zeigte sich von der jährlich neuen „geballten Menge an tollen Projekten und engagierten Gesichtern“ beeindruckt. Die Auswahl der Gewinnerinnen und Gewinner beginnt mit einer dicken Unterlage, mit dem sich die Jurymitglieder schon vor der Sitzung vorbereiten und alle Einreichungen streng anonymisiert zur Vorbewertung sichten. Bei der hybriden Jurysitzungen wird innig diskutiert und abgestimmt. Erst am Ende, wenn die Auswertungen in den einzelnen Kategorien getroffen wurden, fällt der Schleier und die Namen, Bundesländer, Organisationen und Projekte hintern den Gewinnerinnen und Gewinnern werden gelüftet.

Insgesamt konnten heuer 10 Awards in 8 Kategorien vergeben werden.

Herausragende Leistungen für die qualitative Weiterentwicklung des Rettungswesens

In der Kategorie „Herausragende Leistungen“ wurden heuer Nico Gattringer vom Arbeiter Samariterbund Kärnten für die Förderung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Mathias Gatterbauer von der Berufsrettung Wien für innovative Projekte zur Qualitätssicherung im Rettungswesen ausgezeichnet.

Ausbildungskonzept

Maximilian Schmidt-Tesch vom Roten Kreuz Kitzbühel nahm den Camillo Award in der Kategorie „Ausbildungskonzept“ für das CRM Coaching Team Kitzbühel entgegen. Speziell geschulte Coaches begleiten Einsatzteams im regulären Dienst und fördern durch strukturiertes Feedback Kommunikation, Teamarbeit und Entscheidungsfindung direkt im Einsatz.

Innovation & Nachhaltigkeit

Abbau von Hemmschwellen bei der Reanimation von Frauen

In der Kategorie „Innovation“ wurde Olivia Wörndl vom Roten Kreuz Innsbruck ausgezeichnet. Sie steht hinter der Initiative „#herzsicher – weil jedes Frauenherz zählt“. Mit innovativen Reanimations-BHs und gezielter Aufklärungsarbeit baut das Projekt Hemmschwellen bei der Reanimation von Frauen ab und fördert Chancengleichheit in der Notfallversorgung.

Leadership & Management

Mitarbeiterkultur neu gedacht

Das Führungsteam des Roten Kreuzes Innsbruck, vertreten durch Rupert Stöckl, war in der Kategorie „Leadership“ erfolgreich. Dieses trägt durch eine offene und mitarbeiterorientierte Führungskultur zu einer nachhaltigen Stärkung der Qualität im Rettungsdienst bei. So fördert das Team Eigenverantwortung, fachliche Weiterentwicklung und eine Kultur des kritischen Mitdenkens und Lernens. Durch den konsequenten Rückhalt für Mitarbeitende – auch in öffentlich diskutierten Situationen – schafft es Vertrauen, Motivation und höchste Professionalität in der Patientenversorgung.

Support

Einsatz für psychische Gesundheit von Rettungskräften

Das Team des Vereins Second Victim rund um Eva Potura setzt sich für die psychische Gesundheit von Rettungskräften nach belastenden Einsätzen ein und macht ein lang tabuisiertes Thema sichtbar. Mit einer wissenschaftlichen Studie mit über 1.000 Teilnehmenden und intensiver Aufklärungsarbeit schafft es nachhaltige Unterstützungsstrukturen für Rettungskräfte.

Polizei

In der Kategorie „Polizei“ ging die Auszeichnung einerseits an das Team WEGA Medics , die eine hochspezialisierte Sanitätskomponente innerhalb der Polizei-Sondereinheit aufgebaut haben. Speziell ausgebildete Polizeisanitäterinnen und Polizeisanitäter versorgen Verletzte bereits in der sogenannten „heißen Zone“ und verbessern damit die Überlebenschancen bei lebensbedrohlichen Einsätzen.

Als zweiter Preisträger wurde Martin Schlagenhaufen vom Innenministerium ausgezeichnet. Er hat die taktische Erste Hilfe im österreichischen Polizeidienst maßgeblich geprägt und nachhaltig weiterentwickelt. So etablierte Schlagenhaufen bundesweit Polizeisanitäterinnen und Polizeisanitäter, trieb die Ausstattung von Funkwägen mit Defibrillatoren voran und setzte das Taktische Erste Hilfe-Konzept um, wonach alle Polizistinnen und Polizisten im Rahmen der Ausbildung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen geschult werden.

Bundesheer

Weiterentwicklung der militärischen Sanitätsversorgung

Für die Weiterentwicklung der taktischen Sanität und der militärischen Sanitätsversorgung im Österreichischen Bundesheer erhielt Stefan Strobl den Camillo-Award in der Kategorie „Bundesheer“. Durch wissenschaftlich fundierte Vorträge, die Planung großer Sanitätsübungen und die Verbindung von Forschung, Ausbildung und Praxis wird so die Einsatzbereitschaft und Versorgungsqualität nachhaltig gestärkt. Strobls Arbeit bringt aktuelle Erkenntnisse aus bewaffneten Konflikten direkt in die Ausbildung von Sanitätspersonal und Offizieren ein.

Sonderpreis

Notfallmedizin-Übungsgruppe zur Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Der Camillo-Award in der Kategorie „Sonderpreis“ ging an Jonas Häusle und Rene Gappmeier vom Team Notfallmedizin Vorarlberg. Mit ihrer Notfallmedizin-Übungsgruppe fördern sie die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, Ärztinnen und Ärzten und Krankenhaus. Durch regelmäßige, praxisnahe Trainings und Workshops werden so medizinische Kompetenzen, Kommunikation und Teamarbeit über Organisationsgrenzen hinweg gestärkt.

https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2026/pk0925(https://www.bvrd.at/camillo-award/camillo-award-2026/_wp_link_placeholder)

GEWINNER:INNEN IM ÜBERBLICK

Mathias Gatterbauer: Herausragende Leistungen

Nico Gattringer: Herausragende Leistungen

CRM Coaching Team Kitzbühel: Ausbildungskonzept

Olivia Wörndl: Innovation

Rupert Stöckl: Leadership & Management